WIRNOUSWIJ 2009 - ART PLATFORM

WIRNOUSWIJ - JOUR FIXE

JEUNES CREATEURS

Die dritte Wir/Nous/Wij-Begegnung, die für den Nachmittag des 7. Oktober 2009 im Musée de la vie wallonne in Lüttich anberaumt ist, wird sich offen mit Fragen der Lage der jungen bildenden Künstler in der Euregio Maas-Rhein befassen. Die Realität der Kunstwelt stellt in diesem Gebiet wohl keine Besonderheit dar. Dennoch ist dieser von der germanischen und romanischen Kultur gleichermaßen beeinflusste geographische Raum ein günstiger Nährboden für originelle Vorstöße, die oftmals kaum bekannt sind oder eine zu stark begrenzte Ausstrahlung erfahren. Die Gastgeber von Wir/Nous/Wij möchten vorrangig den Akteuren dieses Sektors inmitten unseres kulturellen, aber auch sozialen und wirtschaftlichen Lebens Gehör verschaffen und innovative Ansätze, die in dem einen oder anderen Teil der EMR entwickelt wurden, ausfindig machen, um sie zu unterstützen, aufzuwerten und weiter auszubauen.Im Rahmen von vier Diskussionsrunden erhalten junge Bildende Künstlerin der EMR die Gelegenheit, ihren Blickwinkel frei und tabulos darzustellen, ihre Initiativen zu präsentieren und die Erfolge und Probleme, auf die sie treffen, zur Sprache zu bringen. Ziel ist es, die Erfahrungen in einer informativen und dynamischen Perspektive zusammenzuführen, um echte grenzübergreifende Zusammenarbeit entstehen zu lassen. Angedacht ist eine weitreichende Debatte, zu der alle Partner des Kunstsektors eingeladen sind: Kunstmacher, Museumsdirektoren, Ausstellungsorganisatoren, Galeristen, Leiter von Kunstzentren, Journalisten und Kunstkritiker.

Start:
17. März 2009 – Café Modern, Teuven (B)

Neben thematischen Plattformen wird es viermal im Jahr informelle euregionale Netzwerktreffen für Kulturmacher als „Jour fixe“ geben. Ein offenes Angebot, bei einem Glas Bier oder Wein (auf eigene Rechnung) neue Kontakte zu knüpfen.

Ort:
Café modern Teuven (Belgien) - www.cafemodern.be

Termine:
17.03.09 – 16.06.09 – 15.09.09 – 15.12.09
jeweils 19.00 h

(Weitere Infos dazu über Email-Newsletter)

Diskussionsrunde 1

Wir und die anderen
Künstlerresidenzen – Meisterklassen – wozu?

Individualist? Kollektivist? Das ist nicht die Frage, denn der Künstler entfaltet sich in immer komplexeren Gesellschaften, über die er auf seine eigene Art entsprechend seiner eigenen Empfindsamkeit und Ausdrucksweise reflektiert. Begriffe, wie Kommunikation, Multikulturalität und Interdisziplinarität, sind künftig omnipräsent. Vor welchem Hintergrund und Gegebenheiten entwickeln sich innerhalb der EMR Kontakte auf dem Gebiet der bildenden Kunst? Welcher Rahmen bietet sich diesen Künstlern über ihre akademische Ausbildung hinaus und während ihrer Ausbildung? Gibt es Gastdozenten aus Nachbarländern? Unter welchen materiellen und technischen Bedingungen erschaffen sie ihre Kunst? Es stellen sich heute so viele Fragen, die in verschiedensten Formen Gestalt annehmen: Schüleraustausch, Partnerschaften zwischen Einrichtungen, Workshops, Meisterklassen, Künstlerateliers, Residenzen. Gibt es solche Initiativen in der EMR? In welchen Umfang? Wer sind die Träger? Mit welchen Mitteln und Ergebnissen? Wie kann diesen Projekten mehr Relevanz verliehen und deren Wachstum harmonisch gefördert werden?

Moderator: Adriaan Himmelreich, Kurator Provinz NL-Limburg

 


 

Diskussionsrunde 2

Das Werk in Bewegung
Ausstellen: Wo, warum, wie und für wen?

In der Regel möchte der Künstler seine Arbeiten ausstellen. Die Anerkennung seitens des Publikums und der Institutionen bedeutet häufig einen entscheidenden Schritt in einer Karriere. Wie macht man sich über Gebietsgrenzen hinaus bekannt? Künstler aus Aachen, die in Maastricht studiert haben, stellen in Maastricht aus und umgekehrt. Ein deutscher Kunsthändler und ein deutscher Kurator arbeiten in Maastricht. Welche Netzwerke sollten bevorzugt werden? Offizielle? Private? Alternative? Wer in der EMR unterstützt Nachwuchskünstler und wie? Bestehen grenzübergreifende Partnerschaften? Welche Rolle spielen die Museen in der Aufwertung und Förderung des Kunstnachwuchses in der EMR? Welche Museen? Welche Beziehungen bestehen zwischen diesen jungen Machern und dem Privatsektor? Erwerben die in der EMR lebenden Sammler regelmäßig Werke von Nachwuchskünstlern der EMR? Wie kann das Interesse des Publikums an der Entdeckung einer neuen Kunstwelt geweckt werden? Welche Vermittlungsarbeit muss für welches Publikum betrieben werden?

Moderator: Jan Boelen, künstlerischer Leiter Z33, Hasselt

 


Diskussionsrunde 3

Die Kunst – eine Ware wie jede andere?
Kulturmarketing oder Marketingkultur?

Wie viele junge Diplomstudenten der Akademien der EMR können es sich erlauben, künstlerisch freischaffend zu arbeiten? Wie jeder andere Bürger auch wird der Künstler die meiste Zeit mit den unumgehbaren Regeln der Marktwirtschaft konfrontiert. Für den Künstler stellt sich die Frage oftmals gleichermaßen in Bezug auf das Überleben wie auch auf die Wirtschaftlichkeit. Leidet sein künstlerisches Schaffen, wenn er sich zu sehr auf die Wirtschaftlichkeit konzentriert? Einige Disziplinen, wie Fotografie, Informatik oder Installation, erfordern umfangreiche Budgets, die das Endergebnis beeinflussen. Häufig findet sich der Künstler gegenüber der Welt des Geldes schlecht ausgestattet. Wie werden diese Fragen in den Teilen der EMR angegangen und erlebt? Wer muss die Künstler unterstützen? Wie? In welchem rechtlichen Rahmen? Müssen Ausbildungen entwickelt werden, damit es den Machern möglich ist, die administrativen und finanziellen Dimensionen ihrer Projekte selbst zu managen? Sollen diese Aufgaben eher spezialisierten Vereinen anvertraut werden? Wie können Brücken zwischen Industriesektor und künstlerischem Schaffen geschlagen werden? Wie viele Haushaltsmittel sollen oder sollten die Museen dem jungen regionalen, grenzübergreifenden Schaffen einräumen? Welche Rolle spielen Privatgalerien und Mäzene? Was kann ein Geldgeber als Gegenleistung für seine finanzielle Unterstützung verlangen? Unterliegt ein von einem Unternehmen finanzierter Künstler nicht logischerweise dem Marketing?

Moderator: Prof. Wolfgang Becker, frei schaffender Kunstkritiker und Kunstberater Aachen

 


Diskussionsrunde 4

Doktor Livingstone, nehme ich an?
Die Kommunikation: weniger oder mehr?

Wenn es eine charakteristische Eigenschaft unserer modernen Gesellschaft gibt, dann die Kommunikation. Sie ist in zahlreichen Formen allgegenwärtig und soll allen Kenntnis, Wissen und Information bringen. Doch die Fülle schadet, und es muss festgestellt werden, dass recht häufig nur bestimmte Informationen die Aufmerksamkeit zum Nachteile der anderen Aspekte mit Beschlag belegen. Vor diesem Hintergrund hat es die Identität der EMR und ihrer Teile seit Jahren schwer, sich durchzusetzen. Die Welt der bildenden Kunst in der EMR kann sich diesem Phänomen nicht entziehen. Eine Realität, die alle Kulturangehörigen betrifft: öffentliche Einrichtungen, Galeristen, Journalisten, aber auch die Künstler, die isoliert sind oder nicht über Eigenmittel verfügen. Wie kann die Information auf dem Gebiet der bildenden Kunst innerhalb der EMR ausgetauscht werden? Welche Hilfsmittel, die besonders auf diesen Sektor ausgerichtet sind, bestehen? Müssen zwangsläufig die Künstler selbst ihr eigenes Netzwerk mit oder ohne Unterstützung von Einrichtungen, wie Akademien, Museen, Galerien, Sammlern, Freunden errichten? Welche Informationen müssen zur Geltung gebracht werden? (Projekte, Künstler usw.) Auf welche Weise soll das geschehen? Welchem Vektor ist der Vorzug zu geben? Löst das Internet alles?

Moderator: Alain Delaunois, Journalist, Kunstkritiker